1. PIWI Forum am 1. Februar 2018: pilzwiderstandsfähige Rebsorten (PIWI) im Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis

PRESSEMITTEILUNG

Hochschule Heilbronn:

1. PIWI Forum am 1. Februar 2018: pilzwiderstandsfähige Rebsorten (PIWI) im Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis

- Profilierte Experten und Winzer aus ganz Deutschland

- Erkenntnisse aus Theorie und Praxis, Lösungen und Diskussionen

Heilbronn, Februar 2018. „Pilzwiderstandsfähige Rebsorten im Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis“ lautete das Thema des 1. PIWI Forums, zu dem das novisys Projekt am 1.2.2018 um 10.00 Uhr in die Aula am Bildungscampus am Standort Europaplatz der Hochschule Heilbronn einlud. Im Rahmen des durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Verbund-Projektes novisys ist es Prof. Dr. Ruth Fleuchaus, Hochschule Heilbronn, und ihrem Team auch bei dieser Veranstaltung gelungen, hochkarätige Referenten zum Thema pilzwiderstandsfähige Rebsorten zu gewinnen. In den Vorträgen ging es um Strategien zur erfolgreichen Züchtung, dem Anbau und der Vermarktung von Weinen aus pilzwiderstandsfähigen Rebsorten. An der anschließenden Diskussionsrunde beteiligten sich viele der rund 100 Teilnehmer sehr engagiert. Im Vordergrund der Diskussion stand immer wieder die Frage nach der Vermarktung von PIWIs. Die Veranstaltung wurde ergänzt durch eine Verkostung von Weinen aus pilzwiderstandsfähigen Rebsorten zahlreicher Weinbaubetriebe und Forschungsanstalten. 

Neue Rebsorten aus Züchtersicht

Prof. Dr. Reinhard Töpfer, Julius Kühn Institut, Geilweilerhof, gab einen Überblick über die Rebenzüchtung in Deutschland und betonte in seinem Vortrag die Wichtigkeit der neuen Rebsorten im Hinblick auf die zukünftigen klimatischen, ökologisch und ökonomischen Herausforderungen im deutschen Weinbau.

Eine neue Rebsorte ist immer ein Kompromiss, wobei die Qualität der erzeugbaren Weine immer entscheidend ist neben dem Erhalt der Resistenzen, so Reinhard Töpfer.

Er warb für eine enge wissenschaftliche Zusammenarbeit mit der Züchtung, um optimale Ergebnisse zu erzielen und neue Sorten mit noch größeren Resistenzen in 10-20 Jahren in den Anbau zu bringen, mit denen ein minimaler Pflanzenschutz und eine gute Anpassung an den Klimawandel gewährleistet werden.




Erfahrungen mit neuen PIWIs

Josef Engelhart, Bayrische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG), berichtete unter anderem über die Anbauerfolge von PIWIs an der LWG und in der Praxis und hob die ökologischen und ökonomischen Einsparpotenziale dieser Rebsorten hervor.

So werden an der LWG rund 90% der erforderlichen Arbeitsstunden pro Hektar (Akh) und Jahr im Vergleich zu konventionellen Sorten eingespart, der Aufwand sinkt auf ca. 50 Akh pro Jahr und Hektar.

Durch den geringeren Pflanzenschutzbedarf können ca. 40kg CO2 pro Spritzung und Hektar an der LWG eingespart werden.

Daraus, so Engelhart, ergäbe sich eine klare win-win-Situation für den Winzer, weil durch die geringere Anzahl der Durchfahrten im Weinberg gesündere Böden mit besserer Begrünung und mehr Vitalität entstehen.

Der Pflanzenschutz wird an der LWG rein ökologisch durchgeführt und in normalen Jahren auf 3 Anwendungen begrenzt, in feuchten Jahren können es auch 4 sein, wobei die Anwendung nach der Blüte am wichtigsten sei, so Engelhart.

Auch für die Kulturlandschaft Weinbau leisteten PIWIS einen wichtigen Beitrag, da ihre Anpflanzung die Bewirtschaftung von Steillagen deutlich erleichtere und so zu ihrem Erhalt beitrage, führte Josef Engelhart aus.

Als Fazit aus seinem Beitrag formulierte Josef Engelhart die These, dass PIWIs in Kombination mit ökologischen Bewirtschaftungsprinzipien einen „enkeltauglichen“ Weinbau ermöglichen, d.h. eine generationengerechte Produktion gewährleisten.


PIWIs und die Zukunft

Ralph Dejas, Geschäftsführer ECOVIN Deutschland, spannte in seinem Vortrag den Bogen von der weltweiten Nachhaltigkeitsentwicklung und -definition über die Entstehung des ökologischen Weinbaus und der Bioverbände in Deutschland bis zur aktuellen Debatte über pilzwiderstandsfähige Rebsorten.

214 Ecovin-Winzer bauen derzeit zu ca. 7,8 % PIWIs an, dies auf etwa 112 Hektar Rebfläche. Im Durchschnitt werden bei den PIWI-Rebflächen nur 2,85 Pflanzenschutzapplikationen vorgenommen, mit konventionellen Rebsorten immerhin 10,42.

Dejas warb dafür, die vielen Vorteilen der PIWIs über interessante Hintergründe und Geschichten zu vermarkten.

Diskussionsrunde

In der anschließenden Podiumsdiskussion ging es vor allem um die Frage, wie pilzwiderstandsfähige Rebsorten am besten vermarktet werden können und ob eine gemeinsame Dachmarke erforderlich oder lediglich eine Kategoriebezeichnung für die Rebsortengruppe ausreichend sei. Aus dem Publikum kamen dazu sehr interessante Vorschläge, die von der Kommunikation als „Spezialität“ innerhalb des eigenen Sortiments bis zur strategischen Positionierung des Gesamtbetriebs reichten.

Klaus Herrmann, Wein+Markt, kritisierte in der Debatte besonders die fehlende Schnittstelle zum Verbraucher, Martin Darting, Sensorikexperte PAR, erhob vor allem die Forderung nach einer einfachen Kommunikation, um die Verbraucher nicht zu überfordern.

Keine Angst vor den Besonderheiten der neuen Sorten zu haben, sondern diese selbstbewusst zu vermarkten und als zukunftsweisende Ergänzung zum aktuellen Weinangebot zu sehen, war ein wesentlicher Konsens bei Publikum und Diskussionsteilnehmern auf dem Podium.

Pilzwiderstandsfähige Rebsorten sind einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren für den deutschen Weinbau der Zukunft", so Prof. Dr. Ruth Fleuchaus. „Hier bietet unser PIWI Forum Informationen und einen breiten fachlichen Austausch.“

Weitere Informationen unter www.zukunft-weinbau.de/piwi-forum. Der Termin für das 2. PIWI Forum ist Anfang 2019 geplant.


Hochschule Heilbronn – Kompetenz in Technik, Wirtschaft und Informatik

Mit rund 8.300 Studierenden ist die staatliche Hochschule Heilbronn die größte Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Baden-Württemberg. 1961 als Ingenieurschule gegründet, liegt heute der Kompetenz-Schwerpunkt auf den Bereichen Technik, Wirtschaft und Informatik. Angeboten werden an den drei Standorten Heilbronn, Künzelsau und Schwäbisch Hall und in sieben Fakultäten insgesamt 47 Bachelor- und Masterstudiengänge. Die enge Kooperation mit Unternehmen aus der Region und die entsprechende Vernetzung von Lehre, Forschung und Praxis werden in Heilbronn großgeschrieben.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Ruth Fleuchaus, Hochschule Heilbronn, Max-Planck-Str. 39, 74081 Heilbronn, Telefon: 0 71 31-504-552, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Internet: www.hs-heilbronn.de

Lucas Nesselhauf, Hochschule Heilbronn, Max-Planck-Str. 39, 74081 Heilbronn, Telefon: 0 71 31-504-6804, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Internet: www.hs-heilbronn.de

PIWI Forum Josef Engelhart und Zuhörer

Podiumsdisskussion

 

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