PIWI Präsentation in Spanien Mai 2017

Was bringt der Weinbau der Zukunft? Damit beschäftigten sich WinzerInnen, WissenschaftlerInnen und WeinexpertInnen auf einer Tagung in Spanien Ende Mai 2017. Dabei stand auch das Thema Pilzwiderstandsfähige Rebsorten auf der Tagesordnung. Auf Einladung der Universidad Internacional Menéndez Pelayo folgte Sonja Kanthak als Beauftragte von PIWI International. Die Tagung fand in Huesca (Aragón), der Hauptstadt der noch jungen Weinregion Somontano mit 4.600 ha, statt. Das Gebiet liegt am Südrand der Pyrenäen und hat ein ideales Weinbauklima mit 550 mm Jahresniederschlag und hohen Temperaturunterschieden während der Reifephase. Bekannte spanische Rebsorten wie Macabeo, Tempranillo und Garnacha bringen hier sehr gute Qualitäten, genauso wie Pinot Noir, Chardonnay und Gewürztraminer. Bekanntes Flaggschiff der Region ist die Kellerei Enate mit 500 Hektar Anbaufläche und großem Exportanteil.

Mit einer Präsentation zum aktuellen Stand zum Thema Pilzwiderstandsfähige Rebsorten in Mitteleuropa brachte Sonja Kanthak den 80 Teilnehmenden Fachleuten das Thema PIWI näher. Dabei ging sie ausführlich auf die Erfahrungen aus den nördlichen Anbaugebieten ein, stellte Rebsorten und vor und zeichnete die Entwicklungen der laufenden Zuchtprogramme nach. Es folgte eine umfangreiche Verkostung geleitet von Antonio Palacios, Professor an der Universität von Rioja. Dabei schenkte das Publikum den mitgebrachten PIWI Weinen aus Deutschland höchste Aufmerksamkeit. Der Johanniter *Laufener Altenberg* vom Weingut Zähringer zeigte sich klassisch und entsprach den Erwartungen der VerkosterInnen an einen Cool-Climate Weißwein aus Deutschland. Der zweite Wein ein Cabernet Blanc vom Weingut Rummel polarisierte aufgrund seiner außergewöhnlichen Aromatik deutlicher und fand im Publikum sowohl Anhänger wie auch Kritiker. Zur Entdeckung des Tages auserkoren wurde der Cabernet Jura vom Weingut Wedekind aus Nierstein. Hoch gelobt vom Verkostungsleiter fand er im Publikum begeisterte Anhänger, die sich kaum vorstellen konnten, dass ein solch komplexer Rotwein wirklich aus Deutschland kommen kann. Neben dem klassischen Rotweincuvée mit dreistelligem Endverbraucherpreis, welches im gleichen Flight gereicht wurde, machte der Cabernet Jura aus Rheinhessen die eindeutig bessere Figur.

Die Spanischen Kolleginnen und Kollegen begegneten dem Thema PIWI Rebsorten sehr aufgeschlossen und wollen experimentieren. Auch der lokale Fernsehsender zeigte Interesse an dem Thema Rebsorten und drehte ein kleines Interview. Einzig der Begriff PIWI spricht sich im Spanischen leider weniger elegant und muss wohl adaptiert werden. Dabei gilt: Egal wie sie genannt werden: wichtig ist, dass sich die Idee der Pilzwiderstandsfähigen Rebsorten weltweit verbreitet. Wir sind auf dem Weg.

von Sonja Kanthak



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