„Best of Freiburger Piwis 2017“ Ergebnisse des Weinverkostungs-Wettbewerbs

Auf einem hohen Niveau zeigten sich die Weine, die beim 7. Wettbewerb „Best of Freiburger Piwis“ am 12. Juli 2017 im Staatlichen Weinbauinstitut Freiburg (WBI) präsentiert wurden. "Piwis" sind Weine, die aus pilzwiderstandsfähigen Rebsorten er-zeugt werden. Bei internationaler Beteiligung waren wiederum zahlreiche Weinbau-betriebe eingeladen, ihre Weine aus Freiburger Piwis im Rahmen des Verkostungs-wettbewerbs anzustellen. In 18 verschiedenen Kategorien wurden die jeweils drei höchstbewerteten Weine prämiert.
Insgesamt 42 Weinbaubetriebe aus Deutschland, Dänemark, Italien, den Niederlan-den, Tschechien, Österreich und Polen hatten insgesamt 144 Weine, Sekte und Seccos ins Rennen geschickt. In 18 Kategorien ermittelte eine fachkundige Jury mit Blindverkostungen die Besten unter ihnen. Die Ergebnisse waren mitunter über-raschend: So überzeugten mehrere Betriebe aus den Niederlanden mit Weinen hoher Qualität. Aus dem Badischen Raum konnten andererseits etliche Weingüter ihre guten Ergebnisse der früheren Wettbewerbe „Best of Freiburger Piwis“ bestätigen. Insgesamt zeigte sich, dass sich die vorgestellten Weine auf einem erfreulich hohen Qualitätsniveau bewegen, mit dem weitere Kundenkreise erfolgreich angesprochen werden können.
Hintergrundinformationen
Die Züchtung und der Anbau von Piwis stellt eine wichtige Innovation im Weinbau dar und spielt bei der zunehmend ökologischen Orientierung im Weinbau eine zentrale Rolle. Ihre Widerstandsfähigkeit (Resistenz) gegen die im Weinbau am meisten ge-fürchteten Pilzerkrankungen, den Echten Mehltau (Oidium) sowie den Falschen Mehl-tau (Peronospora) bringt nicht nur ökologische, sondern auch ökonomische Vorteile, da der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln stark reduziert werden kann und teilweise sogar ganz auf ihn verzichtet werden kann. Das schont die Umwelt und die Anwen-der, spart Kosten und fördert das Image der Anbaubetriebe. Insbesondere in Jahren mit hohem Infektionsdruck durch Pilze, wie zuletzt 2016, können Piwis wesentlich zur Sicherung der Erträge beitragen.
In Weinbaulagen, die nicht mit Maschinen befahrbar sind oder sich in einer besonders sensiblen Umgebung befinden, kann der Anbau von Piwis damit sogar langfristig zur Erhaltung des Weinbaus in einer vielfältigen Kulturlandschaft beitragen. Viele Betrie-be haben inzwischen bereits Teile ihrer Rebflächen mit Piwis bepflanzt, einige sogar bereits komplett auf den Anbau von Piwis umgestellt. Die Weine aus den neuen Rebsorten finden unter Weinkennern immer mehr Liebhaber.
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Die Züchtung von Piwis wird durch das WBI bereits seit rund 80 Jahren betriebenen. Diese neuen Rebsorten sind durch traditionelle Kreuzungsmethoden ohne Einsatz gentechnischer Verfahren entstanden. Diese Züchtungsarbeit erfordert Geduld: Von der kontrollierten Befruchtung bis zu einer möglichen Markteinführung einer neuen Weinsorte sind durchschnittlich rund 30 Jahre intensive Versuchsarbeit notwendig. Das WBI gehört heute zu den weltweit führenden Instituten auf diesem Gebiet. Zu den bisher erfolgreichsten Sorten Solaris und Johanniter sind in den letzten Jahren mehrere Weiß- und Rotweinsorten gekommen, die auch außerhalb Deutsch-lands auf reges Interesse stoßen, vor allem in Italien, Österreich, der Schweiz, Frank-reich und verschiedenen nord- und osteuropäischen Ländern. 14 Keltertraubensorten sowie vier Tafeltraubensorten, die heute in über 30 Staaten angebaut werden, belegen die erfolgreiche Forschungs- und Entwicklungsarbeit des WBI.
Mit den Ergebnissen seiner Resistenzzüchtung liefert das Staatliche Weinbauinstitut Freiburg somit einen wesentlichen Beitrag zum Schutz des Naturhaushaltes und gleichzeitig auch des Winzers als Anwender von Pflanzenschutzmitteln im Sinne einer ökologisch nachhaltigen Weinbergsbewirtschaftung.
Die Verkostung „Best of Freiburger Piwis“ verfolgt vor allem zwei Ziele: Den Konsu-menten soll die Vielfalt und Qualität von Weinen aus pilzwiderstandsfähigen Reb-sorten demonstriert werden. Gleichzeitig soll den Erzeugerbetrieben die Möglichkeit gegeben werden, ihre Weine von einer unabhängigen Jury bewerten zu lassen. Die Ergebnisse der Prämierung lassen sich sehr gut auch in der Werbung nutzen, was die Orientierung von Kunden auf dem noch relativ neuen Marktsektor von Weinen aus pilzwiderstandsfähigen Rebsorten erleichtert.
Ergebnisse des 7. Wettbewerbs „Best of Freiburger Piwis“
Die in den einzelnen Kategorien am besten bewerteten und prämierten Weine, Sekte und Seccos sind in beigefügter Übersicht aufgeführt.
Weitergehende Informationen erhalten Sie beim Staatlichen Weinbauinstitut Freiburg, Herrn Ernst Weinmann, Tel. 0761/40165-25, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.



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